Truck Trial am Osnabrücker Piesberg
Hansy Schekahn
Wenn die Organisation von Sportveranstaltungen (OVS) unter Leitung von Charly Alfers und der MSC Truck Trial Cloppenburg e.V. als Veranstalter in den Osnabrücker Piesberg rufen, ist immer für Spannung gesorgt: Am letzten Wochenende (6. bis 7. August 2005) traf sich die europäische Trucktrial-Elite wieder einmal zum alljährlichen Lauf in Osnabrück - dem fünften Lauf der Europa-Trucktrial Meisterschaft. Das Gelände gilt als das schwierigste aller Läufe und Osnabrück ist neben Frankreich, Österreich, Spanien, Italien, Polen, Ungarn und der Tschechei zudem der einzige Lauf in Deutschland.
Nur der Himmel machte der ansonsten hervorragenden Organisation einen kleinen Strich durch die Rechnung. Wechselhaftes Wetter mit Sonnenschein aber auch viel Regen sorgten für weniger Zuschauer als in den Vorjahren - dennoch liessen sich Zigtausende nicht abhalten, dem ungewöhnlichen Spektakel beizuwohnen. In insgesamt sieben Klassen - angefangen vom kleinen Unimog über kompakte Zweiachser, schwere Drei- und Vierachser bis hin zu ungewöhnlichen Prototypen - kämpften die Teilnehmer nicht nur um einen Tagessieg, sondern auch um wertvolle Punkte in der Europameisterschaft.
Dabei wurden die Karten in einigen Klassen neu gemischt. Meisterschafts-Anwärter Udo Heidenreich, vielen auch von der Berlin-Breslau bekannt, musste seinen schweren Mercedes 8x8 (Klasse S5) bereits am ersten Tag nach einem Schaden stehen lassen. In der kleinen Klasse (S1) holte sich Rally-Kollege Holger Brauwers hingegen den Sieg, ihm und seinem "Holgimog" stehen nun wieder alle Chancen auf einen Sieg der Europameisterschaft offen.
Für Aufsehen sorgten neben vielen teils liebevoll gestalteten Unikaten auch zwei nagelneue Fahrzeuge in der schweren S5-Klasse - ein MAN TGA sowie ein dunkelblauer Mercedes Actros schenkten sich trotz neuen Lackes und Beulenfreiheit nichts. Das aufsehenerregendste Fahrzeug kam jedoch wieder vom "Phillip aus dem Hanfbachtal" - der Oldie-Lkw-Händler kämpfte mit einem dunkelroten und äusserst seltenen Doppelkabiner-Faun um die Punkte. Ältester Teilnehmer im Feld war Dakar-Veteran Helmut Kröpfl aus Österreich, der trotz seiner 72 Jahre einige jüngere Teilnehmer mit seinem 6x6-Steyr in die Schranken wies.
Den zahlreichen Zuschauern wurde viel geboten. Während das Fahrerlager erstmals am Fusse des Piesberges aufgeschlagen wurde, bot sich anstelle des alten Fahrerlagers eine neue Showfläche, auf der sich zahlreiche Firmen, Vereine und Veranstalter präsentierten. Der Osnabrücker TV-Sender [ www.osna.tv ] berichtete direkt vom Gelände, alle Beiträge können übrigens auch auf der Webseite des Senders angeschaut werden. Auch marathonrally.com präsentierte sich auf dem Gelände und stellte seinen schweren MAN SX 8x8 den Zuschauern und Teilnehmern vor.
Clou ist jedoch das Gelände selbst, ein grosser Steinbruch, in dem bis kurz vor der Veranstaltung und gleich nach dem Ende fleissig gearbeit und gesprengt wird. Entsprechend schwierig gestaltet sich das Gelände für die Trucks. Hielten sich die kleinen Fahrzeuge der Klasse S1 und S2 noch in halbwegs passablem Gelände auf, galt es für die grossen Fahrzeuge, frisch gesprengte Felsberge zu überwinden und dabei in schwindelnden Schräglagen die Trucks zu wenden. Jedes zu lange Warten, jeder Fahrtrichtungswechsel und jedes Berühren oder Umfahren der teils eng abgesteckten Tore kostete Strafpunkte, umso mehr waren Geschicklichkeit und vor allem fahrerisches Können gefragt.
Die letzten beiden Läufe der Europa Trucktrial Meisterschaft finden vom 27. bis 28.08. im ungarischen Soskut sowie vom 03. bis 04.09. im österreichischen Voitsberg statt. Alle genauen Termine, Ergebnisse der bisherigen Läufe, Teamvorstellungen und vieles mehr finden Sie auf der offiziellen Homepage www.msctrucktrial.de und www.Europatrucktrial.org .
Fotos: OVS
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