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Die Neue St. Alexanderkirche wurde auf dem Bokholt, einer kleinen Anhöhe, in unmittelbarer Nähe der gotischen St. Annakapelle aus dem 15. Jahrhundert, errichtet. Der Architekt Xaver Peter Lütz, der sein Können in der Kölner Dombauhütte erworben hatte, baute eine neugotische dreischiffige Hallenkirche nach mittelalterlichen westfälischen Vorbildern. Die Westfassade mit dem schlanken 67m hohen Turm zeigt für eine Dorfkirche einen erstaunlichen Formenreichtum mit einem deutlich hervorgehobenen Hauptportal und zwei Nebenportalen.
Der Kirchenraum zeigt die charakteristischen Eigenarten einer gotischen Hallenkirche. Die Chorfenster aus der Bauzeit der Kirche mit ihrer klaren zeichnerischen Darstellung der Figuren in den symbolischen Farben der Nazarener lassen die typischen Stilmerkmale der Neugotik erkennen. In den Fenstern der Seitenschiffe hat der Osnabrücker Kunstmaler Theo M. Landmann 1934 die "Acht Seligkeiten" der Bergpredigt (Mt 5,3 - 12) ganz im Sinne der damaligen Zeit in kubistischen Formen dargestellt. Die farbenprächtigen Bleiverglasungen der Fenster über dem Hauptportal und den Nebeneingängen wurden 1979 vom Ohrbecker Künstler Rudolf Krüger entworfen. Die Fenster über den Nebeneingängen enthalten Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons. Im Tympanon des Haupteinganges wird der "Sturm auf dem Meere" (Mt 8,23 - 27) veranschaulicht.
Der Hochaltar im Chor ist ein Flügelaltar des Osnabrücker Bildhauers Balthasar Heinrich Seling. Er lehnt sich in Aufbau und Gestaltung an gotische Vorbilder des 15. und 16. Jahrhunderts an. Das geschnitzte Retabel zeigt eine Kreuzwegszene und die Auferstehung. Die gemalten Altarflügel mit der Geburt Jesu und der Anbetung der Könige sind Kopien mittelalterlicher Maler ebenso wie deren Rückseiten mit den Kirchenpatronen Alexander und Katharina. Die ursprünglichen Seitenaltäre sind entfernt. Die linke Seitenkapelle ist heute als Sakramentskapelle eingerichtet, die rechte als Taufkapelle. Hier steht der Taufstein aus der Alten Kirche, ein sogenannter Bentheimer Typ aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
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Die gefühlsbetonten erzählfreudigen Andachtsbilder des Kreuzweges aus dem Jahre 1913 sind vom Kunstmaler Barscher aus Oelde auf Kupfertafeln ganz im Stil der Nazarener gemalt. Das unter dem Jochbogen vor dem Altarraum hängende Kruzifix ist ein Werk des Osnabrücker Bildhauers Ludwig Nolde aus dem Jahre 1929, das mit seinen kontrastreichen harten Linien und Kanten deutliche Züge des Expressionismus aufweist.
Die an den Chorpfeilern angebrachten Barockfiguren, Maria und Josef, Entstehung Ende des 17. Jahrhunderts, stammen aus der Alten Kirche, ebenso wie die Figuren der Kirchenpatrone an der Westwand des Mittelschiffes.
Dieser eindrucksvolle neugotische Kirchenbau mit seinem schlanken Turm beherrscht seit über hundert Jahren das Ortsbild. Die reiche architektonische Gestaltung sowohl der Aussenansicht wie des Kircheninneren zeugen von hervorragendem Können des Architekten Xaver Peter Lütz und entspricht ganz dem Sinn neugotischer Raumgestaltung. So stellt auch die neue St. Alexanderkirche zweifellos ein kulturgeschichtlich bedeutsames Baudenkmal dar.
Text: Georg Hemme
Fotos:
(1) www.st-alexander.de
(2) Markus Lindhardt |
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