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  Der lange Weg der Findlinge


Auf der Nordhalbkugel war die Quartär-Zeit durch große Temperaturwechsel gekennzeichnet. Während der Kaltzeit dehnten sich riesige Eisdecken von Skandinavien bis nach Norddeutschland aus.

Die mittlere Julitemperatur lag viele Jahre unter 5° Celsius. In den Warmzeiten war sie sogar höher als heute (17° C). Selbst in Skandinavien hielten sich nur wenige Gletscher. Die nordwestdeutsche Tiefebene war teilweise überflutet.

Im Osnabrücker Land sind Gletscherablagerungen nur aus der mittleren Saale-Kaltzeit bekannt. Sie entstanden vor fast 200.000 Jahren. Als ein annähernd 400m mächtiger Gletscher sich über unser Hügelland schob. Diese Eiswand drang etwa 1000m pro Jahr vor und erreichte schließlich nahezu das Sauerland. Das Eis der Weichsel-Kaltzeit überschritt das Gebiet der heutigen Oststee nur wenig.

Damals glich unsere Landschaft einer Tundra in der Rentier und auch Mammut lebten. Das Eis nahm auf seinem Weg Gesteinsbrocken auf und transportierte diesen Schutt bis hierher. Nach Abschmelzen der Eisdecken blieben Steine, Sand und Geschiebemergel zurück. Von einem späteren Gletschervorstoß zusammengestaucht bilden sie heute die Höhenzüge bei Ankum und Damme.

Einzigartige Zeugen der Vereisung sind die Findlinge. Als freigewitterte Teile des Grundgebirges lagen sie in Finnland und Schweden an der Erdoberfläche, wurden dort von den Gletschern erfasst und teilweise über 1000 km auch in diese Region verfrachtet.

Meistens sind es Granite und andere Kristallingesteine, die bei Gesteinsumwandlungen vor 900 Millionen bis 3 Milliarden Jahren entstanden sind. Der oft typische Mineralbestand der Findlinge ermöglicht ihr Herkunftsgebiet zu bestimmen und somit diesen Leitgeschieben den Weg des Gletschers aufzuzeigen

(Text: Hinweisschild in Wallenhorst)

 

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